Am Morgen aufwachend spüre ich eine neue Narbe am linken, nein, rechten Mundwinkel. Sie schmerzt nicht. Ich ertaste sie und versuche deren
Ausmaß im Halbschlaf zu erfassen: In Ordnern und deren Unterordnern beheimatete Information, überliefert aus noch nicht bekannten Quellen;
dort ist sie zuhaus. Die Art der Information suggeriert die einer Linie, verfälschter Weise, da zu winzig, besser die eines Stabes, nein Stäbchens;
eines Beines. Es ist das Beinchen eines Weberknechtes. Nützliches Tier. Ich hab´s im Schlaf verspeist. Aus Hunger essen wir! Essen wir nicht um des
Hungers Willen, so ist dies krank, dekadent; fressen wir, dann sind wir Schweine!
- Aus Hunger ißt der Mensch, zefix! -
Von des Maschinen Weberknechtes Beinen gigt es nur noch Eines. Die Uhr und die Torheit, die lachten darüber. Sand ist das Wasser das an
schmächtigen Beinchen nagt, doch umso fetter das Bein, desto saftiger der Schinken, desto länger die Frist, desto derber das bevorstehende Leid!
Am Fuße eines Weberknechtes Beines betet und saget: Leid, mein Leid samt tausend feiner Narben; in deinem Gedächtnis, sicher nicht in der Zeit...
- Das ist schlecht! -
Nur für jemanden der das Wort "schlecht" kennt.
- "schlecht" war eines der ersten deutschen Wörter! -
Stimmt. Und Verzicht war übrigens auch eines der ersten deutschen Wörter.