Phoneticks beschreibt eine Zeit des Aufruhrs, die wilden und knackig frischen Jahre. Da wurde nicht im hohen Gras an Blümchen geschnüffelt, wie
Ferdinand, der junge Stier, es mag. Und wenn schon, dann auf der Festivalwiese. Da wurden die Nächte zum Tag gemacht; nicht nur um zu
arbeiten, wie jetzt. Als da noch nicht die ersten Haare aus den Ohren wuchsen, wobei die vereinzelten Grauen sicher ein Überbleibsel dieser Zeit sind.
Jedenfalls war da noch alles besser. Da konnte man noch schnelle Musik hören und machen, weil die Uhr nicht so schnell tickte. Es gab keine
Probleme rundherum und man selbst und alle Bekannten waren gesund, munter und voller Energie. Da jubelten alle und ständig gab es was zu feiern.
Jetzt gibt´s viele Termine und Projekte und die Zeit rast. Fetzige Jahre waren das und kreative. Ich habe mit dem Daniel und unserer
Stromverschwendung die Galerien leer gefegt. Mit unserem Ohrenbetäubenden Lärm, den keiner verstehen wollte. Dabei war es doch so ein
impulsiver und philosophischer Krach und wir hatten was zu sagen mit unserem Rambazamba. Wir wollten jeden erschrecken und die Menschheit
wachrütteln. Wir wußten warum kreischende Lautsprecher die höchste Kunst sind. Das war was, sag ich Euch. „Zur Feier des Tages!“ - war mein
Lieblingsspruch. Aber jetzt ist man doch schon reifer, vernünftiger, gediegener und überlegter. Man gibt etwas auf Niveau, das Ambiente, die Ästhetik
müssen stimmen; und die Projekte gestalten sich nun hochphilosophisch; natürlich auch etwas ernster, gesetzter eben, mit der nötigen
Lebenserfahrung im Hintergrund. Tiefsinniger, vielleicht, sogar. Im Sommer, und der kommt schneller als Ihr denkt, steht schon mein nächstes
Projekt an: Ich ziehe Los und fotografiere die Frisuren von Kühen, hab ich mir gedacht...
Wer sich jedoch nocheinmal dreißig Minuten jung fühlen will, dem habe ich hier ein Techno - Snippet zusammengestellt mit Tinnitus-Garantie, wie
früher. Zum runter kommen stehen anbei auch noch etwas ruhigere Hörproben bereit.